Unendliches Weltall 2020

37,90 

ISBN 978-3-930473-01-4
Kalenderformat 41 x 57 cm

Lieferzeit: 3-5 Tage

Artikelnummer: K03-2020 Kategorien: , Schlüsselworte: , , , ,
  • Kalenderformat 41 x 57 cm
  • Bildgröße 41 x 53 cm
  • Titelbild und 6 Monatsbilder
  • alle Motive auf Folie gedruckt
  • Die Kalender sind einzeln in Schutzfolie verpackt

ISBN 978-3-930473-01-4

Das Weltall gibt der Forschung immer neue Erkenntnisse, und doch behält es immer noch Geheimnisse zurück. Lassen Sie uns gemeinsam einen Bezug in diesen geheimnisvollen Weltraum bekommen, durch die faszinierenden Aufnahmen und die ausführlichen erklärenden Texte auf der Rückseite des Kalenders.

Bildbeschreibungen:

Analemma über Callanish
Ein auf den ersten Blick merkwürdiger Titel! Das Analemma ist ein aus dem Altgriechischen stammender Begriff für die 8, die in der Bildmitte oberhalb der Steinsäulen abgebildet ist. Dabei gibt jeder Punkt der 8 die Position der Sonne an einem bestimmten Tag im Jahreslauf wieder. Auf unserem Bild ist es jeweils zur Mittagszeit, also zu der Zeit, an der die Sonne ihren Tageshöchststand erreicht hat: ganz unten am 21. Dezember (Wintersonnenwende) mit einer Sonne nur wenige Grad oberhalb des Horizonts, ganz oben am 21. Juni (Sommersonnenwende) mit dem jährlichen Sonnenhöchststand. Für das Phänomen des Analemma sind zwei Parameter des Erdenlaufs um die Sonne verantwortlich. Zum einen die Neigung der Erdachse um 23,5° gegenüber der Ekliptik, zum anderen die Ellipse, die die Erde auf ihrem Lauf um die Sonne beschreibt.

Und Callanish? Callanish ist eine Stätte auf der Isle of Lewis, einer Halbinsel im Norden der Äußeren Hebriden, die sich an der Westküste Schottlands entlang ziehen. Hier finden sich die imposanten Steinsäulen, die der Megalithkultur zugerechnet werden. Wissenschaftler vermuten, dass der Steinkreis während des Neolithikums um etwa 3.000 v.Chr. errichtet wurde. Der mit 4,5 m Höhe größte Monolith steht im Zentrum der Anlage. Gelehrte streiten sich bis heute, welche Funktion Callanish für die neolithischen Einwohner der Hebriden gehabt haben mag.

 

Orionnebel
Das Sternbild Orion ist das Leitsternbild des nordhemisphärischen Winterhimmels, da es neben seiner prägnanten Gestalt auch zwei auffällig helle Sterne Rigel und Beteigeuze aufweist. Beide Sterne sind Riesensterne, die unsere Sonne bezüglich Durchmesser und Leuchtkraft weit übertreffen. Wenig unterhalb der sogenannten Gürtelsterne findet sich ein bereits mit bloßem Auge sichtbarer Emissionsnebel. Dieser Orionnebel ist eine Ansammlung ausgedehnter Staub- und Gaswolken, die durch junge Sterne zum Selbstleuchten angeregt werden, und ist eines der uns nächst liegenden und hoch aktiven Sternentstehungsgebiete. Die Abbildung im Kalender zeigt einen farbenprächtigen Ausschnitt des Orionnebels mit einem bemerkenswerten Detail rechts unten. Der weiß glänzende Stern schiebt eine weißbläuliche Schockfront vor sich her. Diese entsteht dadurch, dass der junge Stern einen energiereichen solaren Wind ausstößt, der auf langsame Gaswolken trifft und diese ähnlich der Bugwelle eines Schiffes vor sich her treibt.
Januar/Februar:

 

Galaxie im Sternbild Schwertfisch
Die Spiralgalaxie liegt im südhemisphärischen Sternbild Schwertfisch, einem Winzling unter den Sternbildern mit wenigen unscheinbaren Sternen, und zudem in unseren nördlichen Breiten nicht zu beobachten, da stets unter dem Horizont.

Die Bezeichnung dieser 60 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie ist NGC 1672, wobei NGC für „New General Catalogue“ steht, der ab 1880 vom dänischen Astronomen Johan Dreyer zusammengestellt und veröffentlicht wurde. Das imposante Foto zeigt Spiralarme, die sich dynamisch vom Zentrum der Milchstraße ausbreiten mit dunklen Staubfeldern, blau glänzenden jungen Sternen und roten Emissionsnebeln. Im energiereichen Zentrum von NGC 1672 befindet sich ein Schwarzes Loch, also ein Objekt, dessen extrem starke Gravitation weder Materie noch elektromagnetische Strahlung entweichen lässt. Damit ist so ein Schwarzes Loch nicht direkt sichtbar. Wollte man die Materie unserer Erde so stark wie ein Schwarzes Loch komprimieren, müsste sie auf 1 cm Durchmesser schrumpfen -keine wirklich gute Idee.
März/April:

 

Galaxienhaufen im Sternbild Perseus
Das Bild erinnert eher an eine künstlerisch bearbeitete Rosenblüte denn an eine kosmologische Sensation. Es zeigt den zentralen Teil eines Galaxienhaufens im zirkumpolaren Sternbild Perseus, ca. 240 Millionen Lichtjahre von uns entfernt mit 500 bis 1.000 Galaxien, die durch ihre Gravitation zu einem losen Haufen vereint sind. Das Foto wurde durch mehrtägige Belichtung in einem Röntgenteleskop gewonnen, das auf dem Satelliten Chandra montiert ist. Benannt wurde der 1999 gestartete künstliche Himmelskörper nach dem US-amerikanischen Astrophysiker Subrahmanyan Chandrasekhar (1910-1995), der für seine bahnbrechenden Studien zur Entwicklung von Sternen den Nobelpreis erhielt.

Die kosmische Blüte zeigt die für Galaxienhaufen charakteristischen extrem heißen Gase, die vor allem energiereiche Röntgenstrahlen aussenden. Die o.g. Sensation ist eher unscheinbar und in der Bildecke links unten zu sehen: Ein rot-schwarzer Bogen mit einem Durchmesser von 200.000 Lichtjahren, also doppelt so groß wie unsere Heimatgalaxie! Wissenschaftler vermuten, dass dieser Bogen vor Milliarden von Jahren durch einen kleineren Galaxienhaufen erzeugt wurde, der bei seinem nahen Vorbeizug an den Perseus-Galaxien eine solche Gaswelle auslöste.
Mai/Juni:

 

Cepheid im Sternbild Schiff
Nur der nördliche Teil des Sternbilds Schiff ist in Mitteleuropa tief im Süden des winterlichen Sternhimmels zu sehen. Dort findet man – ein kleines Teleskop vorausgesetzt – auch den oben abgebildeten gleißenden Stern, ein Cepheid in einem Gas- und Staubnebel unserer Milchstraße. Die Entfernung des Sterns konnte mittels geometrischer Methoden an den ausgedehnten Nebelfeldern auf ca. 6.000 Lichtjahre, also kosmologisch nah, bestimmt werden.

Cepheiden sind veränderliche Sterne, deren Helligkeitsschwankungen auf ein Pulsieren ihrer Größe zurückgeführt werden. Sie schwellen und schrumpfen regelmäßig, was mit einer Änderung von Temperatur und Leuchtkraft einhergeht. Ist dies schon erstaunlich genug, besteht offenbar auch ein regelmäßiger Zusammenhang zwischen der absoluten Helligkeit des Sterns und der Zeitdauer der Lichtveränderungsperiode. Anders ausgedrückt: Je mehr Energie der Stern ausstrahlt, desto länger dauern die Lichtzyklen. Dies wird genutzt, um über die in benachbarten Milchstraßensystemen ebenfalls entdeckten Cepheiden die Entfernung dieser Galaxien zu bestimmen.
Juli/Aug:

 

Gruß vom Mars
Der Mars-Rover Curiosity hat dieses Foto aus dem 154 km messenden Galekrater, einem Meteoritenkrater in der Äquatorialregion, zur Erde gesandt. Und würde nicht die NASA dafür verantwortlich zeichnen, könnte auch durchaus eine extrem aride irdische Wüste abgebildet sein. Aber wir sehen den erdähnlichsten Planet unseres Sonnensystems, den Mars. Die Steinplatten im Vordergrund sind in Richtung des Beckens zur Bildmitte hin geneigt. Geologen deuten dies als Indikator für ehemals fließendes Wasser, ein weiterer Beleg dafür, dass unser Nachbar wohl in seiner Frühzeit unter dichter Atmosphäre reichlich flüssiges Wasser bis hin zu ausgedehnten Ozeanen gehabt haben könnte.

Zurück zu Curiosity: Der 2012 gelandete Rover hat mit 3 m Länge und einem Gewicht von 900 kg durchaus stattliche Ausmaße. Zudem hat er 10 wissenschaftliche Instrumente an Bord, verfügt über einen Roboterarm, eine Schaufel und einen Bohrer, ist also ein Multitalent. Nur schnell ist er nicht! Seit seiner Landung vor 7 Jahren hat er 20 km zurückgelegt, aber unser mobiler Freund ist ja auch sehr neugierig, bleibt ständig stehen und entdeckt Neues.
Sept/Okt:

 

Blasennebel in der Kassiopeia
In der Kassiopeia, einem auffälligen – in unseren Breiten zirkumpolaren – Sternbild, findet sich dieser kugelförmig scheinende Emissionsnebel. Er wurde von dem großen rosa glänzenden Stern etwas oberhalb der Bildmitte zum Leuchten angeregt. Der Durchmesser dieses in unserer Milchstraße beheimateten Gaskörpers beträgt 7 Lichtjahre, in kosmischen Dimensionen fast nichts. Vergleicht man damit die Flugstrecke von Voyager 1, wird die Unendlichkeit des Alls deutlich. Voyager 1 ist das mittlerweile am weitesten von der Erde entfernte künstliche Objekt. 1977 gestartet, rast es seit über 42 Jahren mit 60.000 km/h in die Tiefen des Weltraums. Mittlerweile hat der Satellit, der übrigens immer noch Daten sendet, 22 Milliarden km zurückgelegt; das ist umgerechnet die Strecke, für die das Licht 20 Stunden braucht. Um den Blasennebel zu durchqueren, müsste Voyager aber 7 Lichtjahre zurücklegen. Dafür bräuchte der irdische Bote mit seinem kosmischen Schneckentempo noch weitere 129.000 Jahre.

Falls der geneigte Leser solchen Zahlenspielen wenig abgewinnt, kann er sich auch der Frage widmen, welche und wieviel Gesichter er im Blasennebel erkennt.
Nov/Dez:

 

 

Gewicht 0.800 kg