Unendliches Weltall 2022

37,90 

ISBN 978-3-930473-01-4
Kalenderformat 41 x 57 cm

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Artikelnummer: K03-2022 Kategorien: , Schlagwörter: , , , ,
  • Kalenderformat 41 x 57 cm
  • Bildgröße 41 x 53 cm
  • Titelbild und 6 Monatsbilder
  • alle Motive auf Folie gedruckt
  • Die Kalender sind einzeln in Schutzfolie verpackt

ISBN 978-3-930473-01-4

Der Kosmos ist unendlich groß und hat keine Grenzen. Sterne, Mond und Planeten sind unvorstellbar weit entfernt – erkennbar nur mit hochtechnischen Instrumenten. Einen Einblick in diese faszinierenden Dimensionen gibt unser Kalender „Unendliches Weltall“. Er liefert uns faszinierende Bilder von kosmischen Phänomenen. Astrologische Zusatzinformationen finden die auf der Rückseite des Kalenders.

 

Bildbeschreibungen:

Titelbild:

Komet NEOWISE über der Vikos-Schlucht, Griechenland

Mit den Großbuchstaben haben wir uns nicht verschrieben, das Akronym NEOWISE steht für „Near-Earth Object Wide-field Infrared Survey Explorer“ und bezeichnet ein Infrarotteleskop, das in etwa 500 km Höhe die Erde umkreist. Hatte das Weltraumteleskop ab 2010 – wie heute üblich – fleißig, aber kaum bekannt ungeheure Datenmengen vor allem über Schwarze Löcher gesammelt, wurde es im Sommer 2020 populär. Es hatte nämlich einen Kometen mit einem Kerndurchmesser von 5 km entdeckt.

Überaus bemerkenswert: Früher war selbstverständlich der Entdecker ein Mensch, denken wir an den Halleyschen Kometen, benannt nach dem englischen Naturwissenschaftler Edmond Halley (1656-1741), der ihn in der Neuzeit wiederentdeckt hatte. Ab und zu gab es auch zwei Entdecker, die sich vehement darum stritten, wer denn nun der Erste war. Da fallen mir Robert Peary und der kaum bekannte Frederick Cook ein, die beide für sich die Erstentdeckung des Nordpols reklamierten. Im Übrigen wurde die Sache zugunsten Pearys durch eine offizielle Anerkennung durch den US-amerikanischen Präsidenten William Taft entschieden. Und heute? Heute entdeckt ein Satellit einen Kometen, der dann auch nach ihm benannt wird: NEOWISE.

Der Komet war in Europa im Juli 2021 zu sehen mit einem gekrümmten Hauptschweif aus Staub und einem schmalen Plasmaschweif, eine durchaus typische Erscheinung. Auf eine Wiederkehr zu unseren Lebzeiten dürfen wir bei NEOWISE nicht hoffen. Er wird in knapp 7.000 Jahren erwartet.

 

Januar/Februar:

Sternhaufen NGC 602

„NGC 602 ist die Bezeichnung eines Emissionsnebels mit einem eingebetteten offenen Sternhaufen in der Kleinen Magellanschen Wolke, der etwa 196.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist“. So steht es in Wikipedia – viel mehr auch nicht – im Februar 2021. NGC steht für „New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars“ und wurde 1888 begründet. Der Katalog enthält etwa 7.000 Objekte. Emissionsnebel sind interstellare Wolken aus Staub und Gas, die durch die nächstliegenden Sterne zum Leuchten angeregt werden. Dazu steht in räumlichem Zusammenhang ein offener Sternhaufen, auf unserem Bild die weißblau glänzenden Lichtpunkte. Die Kleine Magellansche Wolke ist mit einem Ausmaß von 7.000 Lichtjahren kosmisch gesehen eine Zwerggalaxie. In unseren Breiten unbeobachtbar, ist sie südlichen Sternenkennern ein vertrauter Anblick und neben ihrer großen Schwester mit bloßem Auge sichtbar. Und schließlich die Entfernung von unserem Sonnensystem, die mit 196.000 Lichtjahren angegeben wird. Damit gehören die Magellanschen Wolken zu unserer Lokalen Gruppe, zu der neben der Milchstraße, auch beispielsweise die Andromedagalaxie zählt. Denn es ist nicht so, dass Galaxien zufällig oder gleichmäßig im Raum verteilt wären. Vielmehr treten diese Gruppen haufenweise auf und die Kosmologie geht davon aus, dass sie sich gegenseitig gravitativ beeinflussen.

 

März/April:

Molekulare Dunkelwolke Barnard 68

Nein, dieses Mal kein Schwarzes Loch, sondern etwas, was man auch als Nicht-Kosmologe Nicht-Kosmologen erklären kann. Es handelt sich um eine massereiche, relativ dichte Wolke aus Wasserstoffmolekülen, die das Licht dahinter liegender Objekte verschluckt. So erkennt man die Umrisse der ovalen Wolke an den am Rand aufscheinenden Sternen unserer Milchstraße. Die Entfernung dieser mit 9 K (-264° C) sehr kalten Wolke im Sternbild Schlangenträger beträgt kosmisch geringe 500 Lichtjahre.

Der Namensgeber dieser Dunkelwolke ist Edward Emerson Barnard (1857-1923), ein ruheloser und begnadeter Entdecker astronomischer Objekte, angefangen von 16 Kometen, über den fünften Mond des Jupiters namens Amalthea bis hin zu einer fotografischen Abbildung der gesamten Milchstraße in einheitlichem Maßstab. Da er unaufhörlich fleißig war und die entsprechenden Teleskope zur Verfügung hatte, entdeckte er bei seiner jahrelangen Himmelsdurchmusterung zahlreiche Nebel, leuchtende und nichtleuchtende, so auch Barnard Nr. 68. Hatte er diese anfangs als Sternenleeren aufgefasst, mit denen ein Durchblick in ferne Gefilde möglich sei, so erkannte er bald, dass sie wohl Dunkelwolken darstellen müssten.

Solche Entdeckungen waren Edward Barnard nicht in die Wiege gelegt. Er wurde früh Halbwaise, lebte mit seiner Mutter in kümmerlichen Verhältnissen und musste bereits mit acht Jahren bei einem Fotografen in Nashville, Tennessee, aushelfen. Aber er war begeisterter Hobbyastronom und entdeckte in den 1880er-Jahren gleich neun Kometen. So bekam er einen Namen, dazu noch Preise und konnte Mathematik studieren. Schließlich wurde er an das Yerkes-Observatorium berufen, das sich gerade im Bau befand. Der dort aufgestellte Refraktor mit einem Linsendurchmesser von 102 cm ist das bis heute größte Linsenteleskop der Welt.

 

Mai/Juni:

Elliptische Galaxiengruppe „Grinsekatze“

Der ungewöhnliche Name Grinsekatze entstammt wohl dem Roman Alice im Wunderland, wo der Titelheldin Alice eine Solche begegnet. Im All steht Grinsekatze für eine 4,6 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxiengruppe mit den zwei größten Mitgliedern als grelle Augen. Die beiden rasen mit 1.350 km/s aufeinander zu und werden in etwa einer Milliarde Jahren kollidieren. Verschmelzen wäre wohl der bessere Ausdruck, sind doch auch in Galaxien unendlich scheinende Räume mit extrem geringer Materie vorhanden.

Auffällig sind die Lichtbögen, die auch den Mund unserer Wunderkatze formen. Dabei handelt es sich um den Gravitationslinseneffekt. Große Massen lenken Licht ab, das von dahinter liegenden Objekten ausgesandt wird. Durch diesen Effekt ändert sich die Ausbreitungsrichtung des Lichtes und die Objekte erscheinen je nach Masse und Form geradezu grotesk verzerrt. Schon Albert Einstein sagte 1916 in seinen Abhandlungen zur Allgemeinen Relativitätstheorie den Ablenkungseffekt voraus, der dann drei Jahre später spektakulär bei der totalen Sonnenfinsternis über der afrikanischen Insel Principe durch den Astronomen Arthur Eddington bestätigt wurde.

 

Juli/August:

Das energiereiche Weltall

Im letzten Jahr hatte ich zum Juli- und Augustbild über „eROSITA“ berichtet, ein Observatorium, das auf einer russischen Trägerrakete im Sommer 2019 gestartet war. Seine Aufgabe ist es, in den nächsten Jahren den gesamten Himmel in hochenergetischen Röntgenwellen abzubilden. Ein paar Zahlen zum schwindelig werden: etwa 100.000 Galaxienhaufen – jede mit einigen tausend Galaxien – sollen beobachtet werden, um die Größtstruktur des Universums zu kartographieren. Dazu sollen noch etwa drei Millionen aktiver Galaxienkerne mit supermassereichen Schwarzen Löchern studiert werden. Mit den Ergebnissen hofft man, sich den Hypothesen der Dunklen Materie und der Dunklen Energie anzunähern, aus denen 95 % des Universums bestehen sollen. Demnach wären nur 5 % die uns zugängliche sichtbare Energie und Materie. Es bleibt spannend!

Auf unserem diesjährigen Kalenderblatt sehen wir nun bereits Erfolge von eROSITA, einen Ausschnitt aus der ersten kompletten Himmelsdurchmusterung. Die Farben geben den Energiereichtum der von eROSITA aufgefangenen Röntgenstrahlung wieder: rötliche Töne stehen für energieärmere Röntgenstrahlung, blau für energiereiche Strahlung und grün irgendwie dazwischen. Dabei ist das Bild eine Komposition aus Milliarden von Daten, hinter denen faszinierende Objekte in großartiger Auflösung für die Wissenschaft bereit stehen. Die Auswertung wird viele Jahre dauern.

 

September/Oktober:

Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko

Möglicherweise kennen Sie die begeisternde Geschichte der Steine von Rosetta und Philae. Beide halfen im frühen 19. Jahrhundert bei der Identifizierung von ägyptischen Hieroglyphen und sind nach den oberägyptischen Orten benannt, in denen sie gefunden wurden. Es handelt sich um sogenannte Tri- bzw. Bilinguen, dreisprachige und zweisprachige Inschriften desselben Inhalts, die bei der Entzifferung unbekannter Sprachen von unschätzbarem Wert sind. Das vorchristliche griechische Weltreich veranlasste, wichtige Schriftstücke neben der Weltsprache Griechisch auch als ägyptische Hieroglyphen einzumeißeln. Dem Franzosen Jean-Francois Champollion gelang es 1822, durch Schriftvergleiche die Hieroglyphen zu entziffern.

Wie stehen jetzt beide Steine zum Komet 67P? Rosetta heißt der Satellit, der nach zehnjähriger Flugzeit den Kometen zwischen der Mars- und der Jupiterbahn aufspürte. Philae heißt die mitgeführte Sonde, die dann auf dem Kometen landete, allerdings so unglücklich, dass sie bald darauf verstummte. Was war passiert? Der 1969 entdeckte kurzperiodische Komet hat einen Durchmesser von etwa 4 km und damit auch eine schwache Anziehungskraft. Das wussten die Wissenschaftler und gaben der Sonde mit: zwei automatische Verankerungsharpunen, Eisschrauben an jedem der drei Landefüße sowie eine Düse, die den Lander an den Boden pressen soll. Geniale Ideen, großes Abenteuer, aber wie oft bei technisch-wissenschaftlichem Neuland, es hat halt nicht funktioniert! Was man auf der Erde dann in veränderter Form wiederholt, ist im Weltall schwierig. Beim ersten Aufsetzen auf den Kometen gelang die Verankerung nicht, Philae hopste wieder von der Oberfläche Richtung All und kam nach zwei Stunden zurück, prallte wieder etwas ab und landete schließlich endgültig. Es ist nur bedauerlich, dass die Sonde wohl im Schatten einer Felswand zum Liegen kam und so die Solarzellen infolge zu geringer Energieausbeute die Stromversorgung einstellten. Nach etwas mehr als zwei Tagen waren die Primärbatterien leer. Es bleibt trotzdem eine faszinierende Idee und eine herausragende Leistung, im All solche Manöver zu wagen. 

 

November/Dezember:

Das galaktische Zentrum im Radio- und Röntgenlicht

Das galaktische Zentrum ist die Mitte der flachen Spiralscheibe, als die unsere Milchstraße aus Analogieschlüssen zu anderen Spiralgalaxien zeichnerisch dargestellt wird. Versucht man das Zentrum von uns aus im sichtbaren Licht zu ergründen, scheitert man. Zuviel Gas und Staub versperren uns den Blick. Aber das elektromagnetische Spektrum hält noch viele Wellenlängen bereit, die imstande sind, den Blick in die Mitte unserer Milchstraße zu eröffnen. In unserem Zweimonatsbild ist es die Radio- und Röntgenstrahlung, mittels der diese Aufnahme gelang. Die langwellige Radiostrahlung ist mit rötlichen Farbtönen abgebildet, die extrem kurzwellige Röntgenstrahlung in Grün und Blau. Der gleisend weiße Fleck unterhalb der Bildmitte ist Sagittarius A, eine sehr starke Radioquelle im Sternbild Schütze. Dort wird auch das geheimnisvolle Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße vermutet. Die Entstehung der interessanten roten Bögen ist nicht geklärt, vielleicht sind es Plasmaströme entlang eines Magnetfeldes. So wie abgebildet kann man das galaktische Zentrum nicht beobachten, das Bild wurde aus verschiedenen Observatorien im Orbit und auf der Erde gewonnen und zusammengefügt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewicht 0.800 kg